Dienstag, 23. Februar 2016

Rock me, Amadeus

Wir verlassen heute Phuket, um mit dem Catamaran "Amadeus" 5 Tage lang die Inselwelt Thailands zu erkunden. Jolada's Pfästerli gegen Seekrankheit liegen im Gepäck zuoberst auf!
Ich freue mich auf's Schnorcheln, Schwimmen und Kajakfahren und bin schon sehr gespannt auf unsere Reisegruppe.

Die nächsten 5 Tage werde ich wahrscheinlich keinen Internetzugang haben, umso mehr Zeit zum Fotographieren und danach Bilder der Korallen, Fische und der Pflanzenwelt der Inseln zu posten.

Montag, 22. Februar 2016

Auf der Suche nach der blauen Blume

Beim letzen Kurs "Die Farben der Pflanzen", den ich für die Kräuterakademie geben durfte, hat mich Khahn Nüesch, eine Teilnehmerin mit thailändischen Wurzeln, auf eine besondere Pflanze aufmerksam gemacht, die in Thailand auf vielfältige Art und Weise genutzt wird.
Es handelt sich dabei um die Blaue Klitorie (Clitoria ternatea), auf englisch Butterfly Pea.

 (Blaue Klitorie, Blüte und Samen. Quelle: Wikipedia)

Wie der Name bereits vermuten lässt handelt es sich um eine Leguminose, deren ausdauernden, krautigen Bestandteile als Viehfutter genutzt werden, die Samen ein Eiweisslieferant sind und deren intensiv blau gefärbten Blüten zum Färben von Speisen und Textilien dienen.


         
   (Die Blüte zeigt, wie die Pflanze zu ihrem Namen kam..... daneben: Teeauszug. Quelle: Wikipedia)

Die Blüten der Blauen Klitorie enthalten das natürliche Antioxidans Proanthocyanidin, dem Wurzelextrakt werden nootropische Eigenschaften zugeschrieben, d.h. auf deutsch: eine direkte Aktivierung des Zentralen Nervensystems (Stichworte: "Gehirn- Doping", Demenz).

Also, Augen auf!
Bisher habe ich die Clitoria jedoch erst einmal vom Autofenster aus erspähen können - keine Chance zum Anhalten und Fotografieren.
Ich finde diese Pflanze aber so spannend, dass ich auf jeden Fall dran bleiben werde.





Mangroven!

Mangrovenbäume  (Rhizophora) sind perfekt an das Leben in den tropischen Küstengewässern angepasst.

Die Zellen dieser Pflanzen haben eine ungewöhnlich hohe Salztoleranz - zwar bleibt ein Teil des Meersalzes bereits bei der Wasseraufnahme durch die Wurzeln aussen vor, dennoch gelangt ein hoher Salzanteil in die Blätter der Pflanzen und verbleibt auch dort, bis die Blätter abgeworfen werden. Nur einige wenige Arten besitzen die Fähigkeit, Salz über die Blätter auszuscheiden.

(Ich möchte mich niemals im Mangrovenwald verirren, nie!)


 (Pfalwurzeln stabilisieren die Pflanzen)


Eine weitere besondere Anpassung der Mangroven an ihre Umgebung ist die Fähigkeit, in extrem sauerstoffarmen und instabilem Sediment zu Wurzeln.
Wurzeln brauchen Sauerstoff zum atmen! Deswegen bilden Mangroven meist sogenannte Luftwurzeln (Pneumatophore) aus, die senkrecht aus dem Boden nach oben ragen.

Interessant auch die Fortpflanzungsstrategie dieser Pflanzen:
Die Früchte keimen bereits am Mutterbaum aus und werden als bereits schwimmfähige Keimlinge abgeworfen ("lebendgebährend"). Die Keimlinge können längere Zeit im Meer treiben und, an Land getrieben, sofort anwurzeln.


    (Treibgut im Meer: verschiedene Samen, links oben Mangrovenkeimling, das längliche mit dem Knöllchen dran)

Mangrovenwälder sind, neben Korallenriffen und den tropischen Regenwäldern übrigens eines der artenreichsten Ökosysteme dieses Planeten.
Zudem stabilisieren sie die Küstenstreifen. Umso problematischer ist die Abholzung - zur Brenn- und Bauholzgewinnung, aber in erster Linie um für den Tourismus neue Sandstrände zu schaffen.


Auf diesem Foto sieht man beim genauen Hinsehen kleine schwarze Päckchen in den Kronen der mangroven hängen - eine Flughundkolonie, die sich schon von Weitem durch lautes Geschnatter angekündigt hat. Die Mangroven an diesem Platz waren aussergewöhnlich hoch (ca. 4 m). Na ja, sie sind ja auch gut gedüngt.










Scharfes am Wegesrand

Die Chilies, die dem leckeren Thai- Food die nötige Schärfe geben, samen sich auch gerne selber aus und wachsen dann sogar in den Strassenritzen - wie hier zum Beispiel, direkt neben dem Getränkeautomaten. Damit man auch gleich was zum Löschen hat...




In der Kautschuk Plantage

Zum ersten Mal habe ich gesehen, wie Naturkautschuk gewonnen wird. Der ursprünglich aus Brasilien stammende Kautschukbaum (Hevea brasiliensis) wird angeritzt und der aus den Verletzungen austretende Milchsaft in Gefässen aufgefangen.

Der Milchsaft wird abgezapft


Die Bäume sind zum Teil bis auf eine Höhe von 2 mit den rillenartigen Einritzungen  versehen. Einige sind dabei wahrscheinlich zu fest "gemolken" worden und dabei abgestorben. Die Stämme der Bäume in der Plantage haben einen Durchmesser von ca. 20 - 30 cm - Zwischen den alten Bäumen stehen bereits neu nachgepflanzte.

Blätter des Kautschukbaumes


geronnener Rohkautschuk


 Der die Gefässe mit dem Rohkautschuk werden alle paar Tage geleert, die Klumpen aus dem sich bis dahin angesammelten und geronnenen Milchsaft am Fusse des Baumes zwischengelagert. Es ist wirklich richtiger Gummi, riecht allerdings ein bisschen nach Fisch. Damit Latex daraus wird, bedarf es noch einiger Verfahrensschritte.

Frei nach Wolf Dieter Storls Buch "Pflanzendevas": Die Pflanzen (-devas) schenken uns so vieles... die kautschukbaumdeva schenkt uns Autoreifen und Kondome....

Inmitten der Plantage auch die Baracken der Arbeiter - einfache Wellblechhütten. Das hat nichts mit den schmucken traditionellen Holzhäusern zu tun, die die wohlhabenderen Thais hier auf Koh Yao Noi besitzen.

Die Plantagen in Ostasien gibt es übrigens erst seit dem 17ten Jahrhundert.

Samstag, 20. Februar 2016

Schrauben und Matten

Eine spannende, in den Tropen heimische Nutzpflanze ist der Schraubenbaum ( (Pandanus). Die Gattung umfasst ca. 600 Arten!
Die dornenbewehrten Blätter von Pandanus utilis, dem "brauchbaren" sind eine wichtige Quelle für Flechtmaterial.
(Blätter von Pandanus, Quelle: Internet)

Die geernteten Blätter werden zunächst von ihren Dornen befreit, dazu werden die Blattkanten und die ebenfalls an der Blattunterseite mit Dornen versehene Mittelrippe weggeschnitten. Die Blattstreifen werden, zu Bündeln gerollt, an der Sonne getrocknet.

                                                   (Gerollte, getrocknete Blätter, Quelle: Internet)

Die geschmeidigen Streifen können sofort verarbeitet werden oder erst noch durch Kochen in Farblösung gefärbt werden.

Die Flechtarbeiten werden meist von Frauen ausgeführt, diese kaufen die fertig präparierten Blätter auf den Märkten ein - das Flechten der traditionellen Matten, die den Fussboden bedecken, der Taschen, Hüte und Sandalen nimmt noch genug Zeit in Anspruch.

     (Verarbeitung der Pandanus- Blätter, Quelle: Internet)

Auf Fiji habe ich einmal einen Flechtkurs besucht, das Ergebnis, ein Platzdeckchen, darf bei mir Zuhause bewundert werden.

Ein Verwandter, Pandanus odorifer, wird seiner duftenden Blüten wegen geschätzt,aus denen ein wohlriechendes Hydrolat hergestellt werden kann.



Freitag, 19. Februar 2016

Dem Aron sein Stab

Hier in Thailand war für Thomas und mich zunächst einmal angesagt, sich an das tropische Klima zu gewöhnen. Hat es doch satte 30°C. Wenn ein bisschen Wind geht und man im Schatten sitzt fällt das kaum auf, sobald man sich jedoch ein wenig bewegt, bricht einem der Schweiss aus. Deswegen alles einmal etwas langsamer angehen. 
Eine Pflanzengattung, die mich in den Tropen immer wieder fasziniert sind die Aronstabgewächse (Arum), eine grosse Familie mit ca. 130 Vertretern und vielen Untergruppen.

Bei uns heimisch ist der gefleckte Aronstab (Arum maculatum), ein Bewohner der Laubwälder. Im Blumenladen gibt es die schönen Blütenstände der Calla (Zantedeschia) als Schnittblume. Anscheinend gibt es auch Wasserlinsen, die zu den Aronstabgewächsen zählen.

Gefleckter Aronstab (Arum maculatum)
Gefleckter Aronstab (Arum maculatum)
Und diese Art wächst hier:



Schön gross, gell?
Spannend ist die Befruchtungsstrategie des Aronstab: Der nach Aas "duftende" Blütenstand lockt Fliegen an, die, vom Duft berauscht, in den Kelch purzeln. Dessen Ausgang ist jedoch nach oben durch sogenannte  Schleusenhaare verschlossen, die fliegen können erst wieder hinaus, wenn sie ihre Befruchtungsarbeit erledigt haben.

Alle Aronstabgewächse sind giftig. Die Giftigkeit ist in erster Linie auf den hohen Anteil an Oxalsäuren zurückzuführen, andererseits auch auf das in den Wurzeln enthaltene Glycosid Aroin, das Lähmungserscheinungen hervorrufen kann.

Nur wenige Ausnahmen dienen als Nahrungspflanze: auf den Südpazifischen Inseln durfte ich den Taro (Colocasia esculenta) kennenlernen, seine stärkehaltigen Knollen sind eines der Grundnahrungsmittel. Colocasia wächst dort fast überall, bevorzugt in (Ab-) Wassergräben, und wird dort auch geerntet (Wasserwurzel)


Tarorhizome

In Nordvietnam wird die Stärke aus den Knollen einer bestimmten Calla- Art verwendet, um Glasnudeln herzus
tellen.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Weggehen und Ankommen...

...auf's Postauto. dann auf den Zug. In den Flieger  - Singapur! Raus aus dem Flieger, rein in den anderen. Pukhet! Ab ins Taxi. Auf die Fähre, nochmal ins Sammeltaxi und hier sind wir: Hillhouse, Koh Yao Noi, Thailand. Eine lange Reise, aber sie hat sich gelohnt, oder?


Aussicht von unserem Balkon auf die Inseln der Pukhet - Bucht. Das ist da, wo sich auch der "James Bond Felsen" befindet.